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  Shetty Nellie
 



Im Mai 2000 beschlossen wir unserer knapp 2jährigen Tochter ihr erstes, eigenes Pony zu kaufen.
Kurz im Internet gesucht und auf Nellie gestoßen.
Nellie haben wir in Thanheim von der Familie Küspert-Gushi gekauft, die einen kleinen Ponyhof betreiben. Nellie landete über den Pferdehändler Fischer bei ihnen und war in einem extrem schlechten Zustand. Abgemagert und mit nach oben wachsenden Hufen wurde sie dort aufgepeppelt und dann zum Verkauf angeboten.
Nellie machte zwischen all den Kindern und Ponys einen lieben Eindruck und so wechselte sie für 300DM den Besitzer.

Kaum zuhause mußte meine Tochter natürlich gleich auf ihr Pony:



liebevoll wurde Nellie geputzt, was sie immer genoß


Im Winter 2000/2001 lag bei uns ausnahmsweise unendlich viel Schnee und ich habe den Versuch gewagt an Nellie einen Schlitten zu hängen und habe schnell bemerkt, das Nellie klasse eingefahren war. Mein Mann hat uns dann noch einen richtigen Schlitten gebaut und ich habe ein gutes Geschirr gekauft, so hatten wir in diesem Winter viel Spaß.


Dies sind meine Lieblingsbilder im April 2001. Mit Schlafanzug und Gummistiefeln hat meine
knapp 3 jährige Tochter mit ihrer Nellie Trailarbeit gemacht...






Am Platz war Nellie stets zuverlässig und eher faul, was im Gelände ganz anders war. Dort habe ich meine Tochter immer an der Hand geführt, da Nellie eine echte Rennsemmel war und mein Kind sie niemals gebremst hätte.

Nellies wahres Talent lag aber vorm Sulky, dort war sie eine richtige "Kampfsau" 2 Erwachsene und ein Kind, den Berg hoch, war für sie kein Problem. Zudem konnte man auch getrost im Sulky schlafen, verlässlich hielt Nellie an jeder Kreuzung an, schaute ob frei ist, konnte die Breite des Sulkys einschätzen und wenn wir mal irgendwo hängen blieben, auf extremen Waldwegen, dann blieb sie gelassen stehen, bis ich den Sulky befreit hatte. Allerdings gings immer flott, den Schritt war nicht ihr Tempo. Theoretisch hätte man sie auch auf der Autobahn fahren können.


Da Nellie ein Brandzeichen (Hufeisen mit P drin) hatte, habe ich dann noch herausgefunden, dass dies der Ponybrand der DDR war. Nellie hatte also schon ein aufregendes Leben hinter sich.

Charakterlich war Nellie sehr eigen, wie gesagt, putzen und Platz kein Problem, aber im Gelände wahrlich kein Kinderpony. Mit meinen anderen Pferden verstand sie sich leider auch nur bedingt, denn sobald es ans Fressen ging, prügelte Nellie alle weg. Nachdem die Anderen immer humpelten, beschloss ich Nellie im Winter alleine zu stellen. Im Sommer waren sie zusammen auf der Koppel, da Nellie mit dem Gras keine Probleme hatte und auch nicht zu dick wurde. Leider muß sie sich da trotz Essensangebot ohne Ende mit jemanden geprügelt haben.

Als meine Freundinn und ich an einem schönen Herbstmorgen die Pferde zum Ausreiten holten, kam Nellie nicht. Erst dachten wir uns nichts dabei, aber als sie nach dem Ausritt noch immer nicht kam, liefen wir hinter auf die Koppel, da stand sie und graste genüsslich, kam aber nicht auf Ruf ... da war mir klar, dass etwas nicht stimmte. Zuerst dachte ich, sie hängt vielleicht irgendwo im Gras fest, aber als ich die Hufe kontrollieren wollte, bemerkte ich sofort, dass sie ihr hinteres Bein gebrochen hatte. Ich vermute stark, das sie sich mit meiner Eline geprügelt hatte und diesmal den Kürzeren zog. Anfangs machte ich mir Vorwürfe, dass ich sie nicht doch seperat gestellt habe, aber bei einer Koppelfläche von 4ha haben sie wirklich genug Platz gehabt um sich aus dem Weg zu gehen. Mittlerweile denk ich, Nellie hatte es nocheinmal schön, frei in einer Herde und von einem Kind geliebt.

So ging unsere Nellie am 29.10.2002 mittags über die Regenbogenbrücke

Für meine Tochter ein schwerer Schlag .....
 
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